2 einfache Posenmontagen zum Nachbauen für Anfänger


Angeln mit Pose

Das Posenangeln ist für mich immer wieder eine willkommene Abwechslung zum Spinnfischen. Oftmals kombiniere ich auch die beiden Techniken. Dann führe ich eine Rute aktiv und bei der anderen lasse ich den Schwimmer, an welchem der Naturköder baumelt, für mich arbeiten. Es ist mir sehr wichtig, dass die Posenmontagen einfach zu bauen sind.

Eine einfache Posenmontage für Anfänger besteht aus einer 2-6 g Feststellpose, einem 8 kg Karabinerwirbel, einem 40 cm Nylon-Vorfach, 4 Schrotbleien, 1 Biss-Blei und einem 14er-Haken.

Wenn die Lust aufkommt oder es mit den Kunstködern nicht so läuft, dann ist oftmals ein gut präsentierter Wurm, Köderfisch oder Maiskorn der Weg zum erfolgreichen Fischfang. Die folgenden zwei Posenmontagen sind leichte Montagen und eignen sich gut für den Rauffisch Barsch, für die Allesfresser Forelle und Döbel, sowie für Friedfische wie z.B. Rotauge, Rotfeder, Brassen und Karauschen.

5 Schritte zur leichten Feststellposen-Montage für Anfänger

Feststellpose auf geflochtener Hauptschnur mit Fluorocarbon-Vorfach

Die Feststellpose ist im Vergleich zur Laufpose einfacher zu montieren und leichter zu handhaben.

Die Feststellpose ist für Anfänger am besten geeignet und macht Spass.

Die Laufpose kann dir am Anfang auch etwas Nerven kosten, nur damit du vorbereitet bist 😉

Eine Feststellpose ist in den folgenden Situationen von Vorteil:

  • wenn Wassertiefe kleiner als die Rutenlänge ist (z.B. 4,00 m Rute, Wassertiefe 3,50 m), da an einer bestimmten Stelle auf der Hauptschnur fixiert
  • wenn du im Nahbereich angelst
  • bei starker Strömung (z.B. im Fluss), da sie nicht so leicht unter Wasser gezogen wird
  • bei Posen mit einer Tragkraft von maximal rund 5 g

1. Festellpose auf der Hauptschnur befestigen

Die Hauptschnur fädelst du durch die Öse am oberen Ende der Pose ein und anschließend durch die mitgelieferte Gummihülse (sogenannte Posengummis).

Die Gummihülse schiebst du dann samt Schnur auf den unteren Teil der Pose auf. Zur besseren Befestigung kannst du auch zwei Posengummis verwenden.

Als Hauptschnur kannst du sowohl eine geflochtene als auch eine monofile Hauptschnur verwenden.

Ich persönlich befestige die Feststellpose am Fluorocarbon-Vorfach an meiner Spinnrute mit 0,08 geflochtener Hauptschnur. Auf Distanz ist auf diese Weise der Anschlag leichter.

2. Karabinerwirbel am Ende der Angelschnur befestigen

Der Karabinerwirbel sollte etwas mehr Tragkraft haben als die Hauptschnur. Meine Hauptschnur hat 4,5 kg und die Karabinerwirbel haben 9 kg Tragkraft.

Als Alternative funktioniert auch ein Tonnenwirbel ohne Karabiner.

Das Vorfach wird dann nicht per Schlaufenknoten eingehängt sondern mit einfachen Anglerknoten angeknüpft.

3. Vorgefertigtes Vorfach in die Posenmontage einhängen

Ein vorgefärtigtes Vorfach für’s Forellenangeln ist die einfachste Variante und eignet sich auch für andere Fische wie Barsch, Döbel, Rotfedern, Rotaugen, etc.

Einfach auf die gewünschte Vorfachlänge von circa 40 cm einkürzen.

Die Hakengröße des Vorfachs kannst du zwischen 10 und 20 wählen. Wobei der 20er Haken der kleinste Haken ist.

Die Größenangaben sind als Richtwert zu sehen und nicht als absolute Größe.

Gerne verwende ich eher größere Haken, um einerseits größere Fische zu fangen und andererseits ein zu tiefes Schlucken weitestgehend zu verhindern.

4. Feststellmontage richtig bebleien

Für die Bebleiung der Festellposen-Montage verwende ich 4 bis 6 Bleie.

Zuerst schaue ich wieviel die Pose tragen kann und dann schätze ich ab wieviele Bleischrote ich wahrscheinlich brauche.

Die ausgesuchten Bleie sollten von leicht nach schwer auf der Schnur verteilt sein, wobei das leichteste Blei am dichtesten an der Pose montiert wird.

Befestige nicht gleich sofort alle Bleie, sondern wirf die Montage so mal ins Wasser und schau wie tief sie geht.

  • Die Festellpose sollte gerade soviel aus dem Wasser schauen, dass du sie gerade noch gut sehen kannst.
  • Das geht besonders gut bei ruhigem Wasser. Bei rauen Bedingungen sollte die Montage etwas unterbleibt sein, damit die Pose auch bei Wellengang für dich gut sichtbar bleibt.

Je schwerer die Feststellpose ausgebleit ist, desto weniger Widerstand spürt der Fisch, wenn er mit dem Köder abzieht.

Für das Angeln auf Grund mit Feststellpose musst du die Pose so ausloten, dass der Köder am Grund oder kurz darüber angeboten wird.

Das Ausloten beschreib ich unter Schritt 7 im Zusammenhang mit der Laufposen-Montage.

Tipp: Befestige die Bleie lediglich durch Zusammendrücken mit den Fingern und nicht mit einer Zange. Die Zähne solltest du auch nicht verwenden. Dadurch verletzt du nicht die Schnur und mit Hilfe eines Messers kannst du die Bleischrote wieder öffnen und wiederverwenden.

5. Festellposen-Montage richtig anködern

Siehst du den Haken rausschauen? Wurm, Made, Caster.

Die wichtigsten Köder für eine leichte Ködermontage sind:

  • Brotrinde (auftreibend)
  • Brot geknetet (sinkend)
  • Mais
  • Maden
  • Würmer

Wenn es im Gewässer erlaubt ist, kommt als nächstes das Anfüttern. Das macht aber nur Sinn, wenn du den Köder auf Grund oder kurz über Grund präsentierst.

Zum Anfüttern kaufst du dir entweder spezielles Futter im Laden oder Onlineshop oder du mischt es selbst zusammen.

Etwas Haferflocken, Mais, Maden und/oder klein geschnittene Würmer mit Wasser anfeuchten und durchmischen. Fertig!

Beim Anködern jeglichen Naturköders ist es wichtig, dass du so anköderst, dass viel vom Haken bedeckt ist, aber die Hakenspitze noch frei ist. Ansonsten bleibt der Fisch beim Anhieb nicht hängen.

So die Montage ist fertig und kann nun Fische fangen.

Ich wünsch dir jetzt schon viel Spass mit der Feststellposen-Montage, meine Lieblingsmontage.


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7 Schritte zur einfachen Laufposen-Montage für Anfänger

Nachdem du die ersten Fische mit der Feststellpose bereits fangen konntest, ist es an der Zeit die Laufposen-Montage auszuprobieren.

Die Laufposen-Montage kann immer eingesetzt werden, ist aber in folgenden Situationen von Vorteil:

  • an stillen Gewässer mit Tiefen ab 2-3 m
  • Angeln auf größerer Entfernung (kannst du weiter auswerfen)
  • beim Angeln auf größere Fische wie Karpfen, Zander und Hechte
  • bei Posen mit Tragkräften ab 5-6 g

1. Laufposen-Stopper an der Hauptschnur befestigen

Gummistopper auf der geflochtenen Hauptschnur machte mir Probleme beim Auswerfen, aber irgendwie ging’s doch.

Die Laufpose wird so genannt, weil sie sich auf der Hauptschnur frei bewegen kann.

Damit sie aber dennoch auf einem bestimmten Punkt an der Schnur stehen bleibt, musst du einen Laufposen-Stopper anbringen.

Als Laufposen-Stopper verwenden Angler durch die Bank alles was diese Funktion erfüllt wie z.B.:

  • Gummistopper
  • Schnurstopper
  • Stopperknoten
  • Schrotblei

Die Gummistopper kannst du ganz einfach auf die Hauptschnur aufziehen. Je nachdem wie klein der Schnurring an der Spitze deiner Angelrute ist, kann ein Gummistopper zu groß sein und beim Auswerfen der Montage schon mal hängen bleiben.

Der Schnurstopper ist ein vorgebundener Knoten der auf die Schnur aufgefädelt wird und lediglich festgezogen werden muss. In der Regel flutscht dieser leichter durch die Rutenringe.

Der Stopperknoten ist dasselbe wie der Schnurstopper nur selbst geknüpft. Dafür kannst du etwas monofile Schnur nehmen und den Stopperknoten direkt auf die Hauptschnur knüpfen.

Das Schrotblei kannst du auch zum Stoppen der Laufpose verwenden. Ein Schrotblei hast du beim Posenangeln ohnehin mit dabei. Je kleiner es ist, desto besser flutscht es durch die Ringe.

2. Kleine Perle vor dem Posenstopper auf die Hauptschnur fädeln

Noch bevor du die Pause auf die Schnur aufziehst, musst du eventuell noch eine kleine Perle anbringen.

Die Perle verhindert, dass der Posenstopper durch die Öse der Laufpose rutscht. Das ist tendenziell eher bei der Anwendung der Stopperknoten der Fall, da die relativ klein sind.

Solche Perlen musst du nicht speziell im Angelfachladen kaufen.

Im Baumarkt sind sie meist billiger.

3. Laufpose auf die Schnur aufziehen

Auch bei den Laufposen gibt es schmale bzw. dünne Posen und eher bauchige, schwerere Posen.

Die Pose muss den Köder schön tragen können und so wenig wie möglich Widerstand für den Fisch bieten.

Wenn du jetzt zum Beispiel nur mit einer Made auf kleine Rotaugen angelst, reicht eine 2-3g Pose völlig aus.

Sobald du das erste Mal mit einer Pose am Wasser warst, bekommst du das Gefühl dafür.

Die Pose sollte deshalb so leicht wie möglich sein, damit er beim Anbiss keinen Widerstand spürt.

Deshalb ist das korrekte Ausbleien auch so wichtig.

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Laufposen:

Laufposen wo die Schnur längs durch die Pose läuft und Laufposen mit einer Öse am unteren Teil.

Letztere nennen sich Wagglerposen, wenn sie bereits vorgebleit sind.

4. Laufpose zu 90% ausbleien

Laufpose, Laufblei, Gummiperle, Tonnenwirbel.

Die Laufpose sollte so ausgebleit sein, dass noch ein Drittel vom Posenkörper sichtbar ist.

Je ausgebleiter die Laufpose ist, desto weniger Widerstand spürt der Fisch beim Anbiss.

An dieser Stelle willst du die Laufpose noch nicht ganz ausbleien, weil am Ende noch das Gewicht des Bisschrots und des Köders dazu kommt. Handelt es sich lediglich um eine Made oder ein Maiskorn, kannst du auch jetzt schon die Pose fast ganz ausbleiben.

An diesem Punkt kannst du entweder ein Laufblei auf die Schnur fädeln oder entsprechend viele Schrotbleie verwenden.

Wenn du ein Laufblei verwendest, dann kommt nach dem Laufblei nochmal eine Gummiperle zum Schutz des Angelknotens. Ansonsten könnte der Knoten mit dem der Wirbelkarabiner befestigt ist, beim Auswerfen durch das Laufblei beschädigt werden und im Drill reissen.

Tipp: Damit die Montage sich beim Auswerfen nicht so leicht verheddern kann, ist es wichtig, dass bei einer Laufpose mit Öse, diese das erste Blei nicht berühren kann. Dafür verwendest du einen weiteren Stopper.

5. Verbindungselement zwischen Hauptschnur und Vorfach anbringen

Es gibt mehrere Methoden die Hauptschnur mit dem Vorfach zu verbinden:

  • Karabinerwirbel
  • Tonnenwirbel
  • Schlaufenknoten

Ich verwende gerne den Karabinerwirbel, weil ich diesen beim Wechseln des Vorfachs am praktischsten finde.

Im Vorfach einfach eine Schlaufe machen und einhängen.

Aber auch ein einfacher Tonnenwirbel macht das Anbinden des Vorfachs nicht aufwändiger. Vorfach durchfädeln und einfachen Anglerknoten (Clinch-Knoten) machen.

Die Verbindung kannst du auch mittels einer Schlaufe am Vorfach und einer Schlaufe an der Hauptschnur basteln. Dann werden die Schlaufen einfach ineinander gehängt. Hält angeblich am besten, von der Tragkraft her.

6. Vorfach mit der Hauptschnur verbinden und Bissschrot anbringen

Das Vorfach wird jetzt mit der Hauptschnur verbunden.

Hakengrößen

Hakengrößen im Vergleich: 6, 8 und 15.

Je nachdem auf welche Fische du gehst, verwendest du Hakengrößen zwischen 1 und 20.

Für kleine Fische wie Rotaugen, Rotfedern, Gründling, Hasel oder Laube empfehlen sich Hakengrößen zwischen 16 und 20.

Wenn du hingegen auf größere Rotaugen, Rotfedern, Barsche, Brassen oder Güstern angelst, dann kannst du Haken mit einer Größe zwischen 10 und 16 einsetzen.

Für Aale kannst du Hakengrößen zwischen 2 und 6 verwenden.

Für Zander und Hecht kannst du zwischen 2/0 und 2 wählen.

Vorfachlänge

Das Vorfach kannst du gerne auch relativ kurz halten.

30 bis 50 cm sind ausreichend.

Bissschrot

Bissschrot circa 10 cm vom Haken entfernt

Nun kannst du auch das Bissschrot circa 10 bis 15 cm vom Haken entfernt an das Vorfach anbringen.

Wenn du den Köder auf Grund legst, hilft dir das Bissschrot bei der Anzeige des Bisses.

Sobald der Köder vom Fisch genommen wird, hebt er das Bissschrot mit an und die Pose steigt etwas auf. Mit ein bisschen Übung ist das leicht zu erkennen. Je größer du das Bisschrot verwendest, desto mehr zeigt sich ein Anhieb in der Pose.

7. Tiefe der Laufposen-Montage ausloten

Die größeren Fische befinden sich in den meisten Fällen in Grundnähe.

Da du eventuell die Stelle auch angefüttert hast, finden sich dort die meisten Fische ein.

Wenn du auf kleinere Fische aus bist, dann kannst du auch im Mittelwasser und dicht unter der Oberlfäche fischen.

Aber grundsätzlich gilt es bei einer Laufposen-Montage den Köder schön auf Grund zu legen.

Für das korrekte Ausloten der Laufposen-Montage musst du die Posen-Montage schwer überbleiben, sodass sie unter geht.

Lotbleie

Dafür gibt es eigene Lotbleie die du an den Haken hängen kannst.

Aber auch jedes andere Gewicht, das du sicher am Haken befestigen kannst ohne es zu verlieren, erfüllt den Zweck.

Wenn deine überbleite Pose also untergeht, weißt du die Entfernung zwischen Haken und Stopperknoten vergrößern musst.

Einfach den Stopperknoten in Richtung Angelrutengriff verschieben und Montage wieder auswerfen.

So stellst du die Pose ein bis sie richtig im Wasser steht. Also genau so wie du sie vorher ausgebleit hast.

Anschließend hebst du die Ganze Montage wieder aus dem Wasser.

Jetzt verkürzt du die Tiefe der Montage mittels Stopperknoten um den Abstand zwischen Bisschrot und Haken

Am Ende soll nämlich nicht der Haken knapp den Grund berühren, sondern das Bissschrot. So liegt der Haken neben dem Bissschrot am Grund auf.

Nimmt der Fisch nun den Köder, hebt er das Bisschrot an und du erkennst den Biss am Aufsteigen der Posenspitze.

3 Sekunden warten und Anhieb setzen.

Fisch!!

Ich wünsche dir viel Spass am Wasser und wenn du ein bestimmtes Anliegen hast, schreib mir eine Email.

Petri Heil!


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